Posts mit dem Label Washi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Washi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 23. April 2016

Buchhülle GION aus WASHI

Wir haben lange nichts von uns hören lassen, da es einige große "Umbrüche" gegeben hat: Ich bin im Februar nach Berlin gezogen und habe hier eine neue Stelle als Lehrerin begonnen...Berlin hat mich schon immer gereizt und irgendwie war nach dem Ende meines Referendariats der ideale Zeitpunkt um etwas neues auszuprobieren. Die letzten Monate waren chaotisch und stressig, aber nun bin ich endlich überglücklich im neuen Heim "angekommen" und genieße die Zeit in der neuen Umgebung sehr!! Meine neue Wohnung hier ist viel größer als meine vorherige in Köln und ich habe endlich eine richtige kleine Nähecke, von der ich schon immer geträumt habe. Vielleicht werde ich sie euch in den nächsten Wochen mal mit ein paar Fotos hier vorstellen...Meine Mutter ist nach wie vor in Münster und wir bemühen uns, auch über die nun viel größere Distanz zwischen uns den Onlineshop sowie die Designermärkte weiter zu "schaukeln". Leider schaffe ich nicht immer den weiten Weg nach NRW - falls ihr uns in diesem Jahr schon auf einem der Märkte besucht habt, habt ihr vielleicht schon bemerkt, dass mein Vater nun ab und zu einspringt und meine Mutter auf den Märkten unterstützt. ;-) Das Gute an der ganzen Sache: Wir haben nun beste Voraussetzungen auch mal in der Berliner Gegend auf dem ein oder anderen Markt unsere genähten Dinge zu verkaufen!

Wir waren in der Zwischenzeit aber nicht ganz untätig, sondern haben fleißig viele neue Designs entwickelt, die wir euch in nächster Zeit gerne präsentieren möchten...Hier schonmal ein erster Vorgeschmack: Wir haben neue Buchhüllen aus Washi genäht!


Das handgeschöpfte japanische Papier (hier kannst du mehr darüber erfahren) war für uns schon immer ein tolles Material, welches wir bisher nur für Untersetzer verwendet haben. Auch dieses Washi haben wir in dem traditionellen Familienbetrieb Maruyama Yushin in Osaka gekauft. Für die Buchhüllen haben wir es außen mit japanischen Baumwollstoffen kombiniert und komplett mit Baumwollstoffen gefüttert. 






 
Ich verspreche, dass ihr bis zu meinem nächsten Post nicht mehr so lange warten müsst und grüße euch ganz lieb aus dem feeeernen Berlin,

Yoshiko

 

Sonntag, 18. Oktober 2015

Japanreise Teil 1 - Osaka

Wir sind vorgestern aus Japan zurückgekehrt und so langsam erhole ich mich von der langen Reise und gewöhne mich an das Klima. (Brrrr, ist das kalt hier!!!) Wir sind diesmal über Istanbul geflogen: 13 Stunden von Osaka bis Istanbul - knapp 3 Stunden Wartezeit - 3.5 Stunden von Istanbul bis Frankfurt - 2 Stunden Wartezeit - mit dem Zug nach Köln, bzw. Münster. Puh! Ich bin ja immer wieder unheimlich gerne an anderen Orten und liebe das Reisen. Aber das Fliegen an sich finde ich einfach immer wieder super anstrengend und würde es mir am liebsten ersparen... Nun aber zu unserem ersten Reiseziel: OSAKA!

Die ersten zwei Nächte haben wir in einem Hotel verbracht und haben direkt am ersten Tag mit den Einkäufen begonnen. Nach unserem Besuch zweier Stoffgeschäfte sind wir auch in diesem Jahr wieder zu Maruyama Yushin gefahren (hier findest du unseren Bericht aus dem vergangenen Jahr dazu), um dort handgemachtes Washi zu kaufen.
 


Das besonders dicke und stabile Washi, welches wir für unsere Untersetzer verwenden, ist extrem aufwendig in der Herstellung - so wurden einige Bögen extra vorab für uns angefertigt. Zusätzlich haben wir in diesem Jahr verschiedene Bögen von etwas dünnerem Washi in ganz verschiedenen Farben gekauft, woraus wir demnächst einige Buchhüllen nähen wollen - momentan schweben uns dafür verschiedene Designs vor und wir haben uns noch nicht ganz entschieden. Lass dich also überraschen! ;-) 

Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug zum heiligen Berg Koyasan gemacht - dieser Berg ist nicht nur Weltkurturerbe und eine beliebter Ort für viele Pilger und Touristen, sondern gleichzeitig auch die Grabstätte meiner Großeltern.
 

Der Mönch Kukai gründete 819 ein buddhistisches Kloster auf dem Berg und das Koyasan-Gebiet umfasst heute über 100 Tempel mit ca. 600 dort lebenden Mönchen. Die Anreise kostet etwas Zeit: Man fährt zunächst mit einem kleinen Zug durch die Berge, steigt dann in eine Seilbahn um und gelangt schließlich mit einem Bus ans Ziel. Die Reise lohnt sich jedoch sehr, denn es ist ein besonderer Ort mit einer einzigartigen Atmosphäre... 







Nach einer dreitätigen Reise nach Kyoto (mehr darüber kannst du bald in Teil 2 unseres Reiseberichts lesen), sind wir wieder zurück nach Osaka zu der Cousine meiner Mutter gefahren. Wir hatten nämlich das große Glück in diesem Jahr genau zur Zeit des jährlich im Süden von Osaka stattfindenden Kishiwada Danjiri Matsuri Festivals in Japan zu sein.


Während des Festivals sind in der ganzen Stadt Laternen der verschiedenen Stadtbezirke zu finden - so auch vor der Eingangstür des Hauses unserer Verwandten.
 

Danjiri sind Wagen aus Holz in Form eines Tempels oder Schreins. Jedes am Fest teilnehmende Viertel besitzt einen solchen Wagen, der in traditioneller Arbeit von Tischlern und Bildhauern gebaut wird. Fast das ganze Jahr über werden diese Wagen in Garagen aufbewahrt und nur für die Zeit des Danjiri Matsuri herausgeholt und mit Fahnen und Gebetskarten geschmückt.



Wirft man einen näheren Blick in das Innere eines solchen Wagens, lässt sich über die vielen Details nur staunen...  


Das Danjiri Matsuri ist eine circa 400 jahre alte Tradition, die ursprünglich mit Gebeten für eine möglichst reiche Ernte verbunden ist. Die Wagen werden während des Festivals an langen Seilen von den Einwohnern durch die Straßen gezogen. Dabei sitzen in den Wagen Musiker, die auf Trommeln, Glocken und Flöten traditionelle Rhythmen und Melodien spielen.



Auf den Dächern tanzt immer ein Mann und springt während der Fahrt von einer Seite des Daches auf die andere. Diese Aufgabe war früher nur Dachdeckern vorbehalten. Da es heutzutage jedoch kaum noch ausgebildete Dachdecker gibt, übernehmen die Aufgabe auch ganz "normale" junge Männer - wodurch es leider auch immer wieder zu Unfällen kommt. 




Es geht darum, die Wagen möglichst schnell um die Kurven zu ziehen. Das ist für alle Beteiligten nicht nur enorm anstrengend, sondern auch nicht ungefährlich, da die Straßen teilweise unheimlich schmal sind. So geschieht es häufig, dass die umliegende Häuser gestreift werden und teilweise zu Bruch gehen - für diesen Fall können Ladenbesitzer dort extra eine "Danjiri-Versicherung" abschließen...



Nach wie vor ist dieses Festival für die dort lebenden Menschen das wichtigste Ereignis des ganzen Jahres und sogar kleine Kinder nehmen teil und laufen mit. Die jungen Mädchen lassen sich für dieses Festival aufwendige Frisuren flechten - in der Mitte übrigens die Enkelin von der Cousine meiner Mutter (gerade frage ich mich, ob es für diesen Verwandschaftsgrad noch eine Bezeichnung gibt?!)


Abends werden die Wagen dann mit Laternen geschmückt und wieder durch die Straßen gezogen - diesmal aber so langsam, dass alle Leute mitlaufen können und auch Kinder auf den Wagen sitzen.



Dies war der erste Teil unserer Japanreise. Im nächsten Teil nehmen wir dich mit nach Kyoto! 

Yoshiko

Dienstag, 22. Juli 2014

Maruyama Yushin in Osaka, Japan

Wir sind endlich wieder in Japan!! Hier besuchen wir nicht nur unsere Verwandten, sondern sind vor allem auch im absoluten Kaufrausch auf der Suche nach neuen Stoffen und Materialien zum Nähen...

Letzte Woche waren wir bei 'Maruyama Yushin' in Osaka. Ein kleiner Familienbetrieb, der seit fast 200 Jahren Washi (Japanpapier) in traditioneller Handarbeit herstellt. Hier wird nicht nur das Papier handgeschöpft, sondern jeder einzelne Arbeitsschritt von Hand durchgeführt - so wird beispielsweise jedes einzelne Papier zum Trocknen mit Wäscheklammern aufgehangen.

Noriko handmade bei Maruyama Yushin in Osaka Japan Washi Japanpapier

Wir wurden hier sehr nett empfangen und haben wunderschönes Washi für unsere Untersetzer gekauft. Neben den Papierfarben, die wir bisher verwendet haben (braun aus der Kaki-Frucht, schwarz aus Eisen) haben wir ein tolles neues Washi entdeckt, welches mithilfe von Rosmarin gefärbt wird.

Noriko handmade bei Maruyama Yushin in Osaka Japan Washi Japanpapier

Wir halten euch auf dem Laufenden und berichten weiterhin über unsere Erlebnisse in Japan! 

Dienstag, 1. April 2014

Untersetzer aus Washi

Wir haben neue Untersetzer entwickelt und dabei zum ersten Mal mit Washi (Japanpapier) in Kombination mit Stoffen gearbeitet. Es ist für uns eine spannende Herausforderung unsere traditionellen Stoffe mit neuen Materialien zu kombinieren und wir werden versuchen, unser Sortiment in nächster Zeit durch verschiedene Materialien noch mehr zu erweitern.

Untersetzer aus Washi Japanpapier von Noriko handmade, Japan, Design, Wohnaccessoires

Was genau ist eigentlich Washi? 
Washi ist ein traditionelles handgeschöpftes japanisches Papier (wa=japanisch, shi=Papier), welches aus den Fasern von drei verschiedenen Sträuchern gewonnen wird. Zur Herstellung von Washi werden primär die drei Pflanzen Kozo, Mitsumata und Gampi verwendet. 

Das Washi welches wir für unsere Untersetzer verwendet haben ist aus Kozo Fasern hergestellt, welche sich vor allem durch ihre besonders große Stärke und Beständigkeit auszeichnen. Wir verwenden Washi in drei verschiedenen Farben, wobei alle Farben mit ganz natürlichen Hilfsmitteln gefärbt wurden. Das braune Washi wurde mithilfe der Kaki Frucht gefärbt und das schwarze aus einer Kombination der Kaki Frucht mit Eisen. 
Die Untersetzer sind extrem stabil und sogar bei niedriger Temperatur problemlos waschbar.


Untersetzer aus Washi Japanpapier von Noriko handmade, Japan, Design, Wohnaccessoires


Die Untersetzer wird es natürlich bald auch in unserem Shop zu kaufen geben!